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. Das erste Editorial . [1. Jg., Heft 1] Immer wieder ist von Mitgliedern der Wunsch geäußert worden, den Gedankenaustausch, der sich auf unseren Arbeitstagungen in den Diskussionen ergeben hat, fortzuführen und dem Unternehmer praktische Beispiele aus dem betrieblichen Geschehen zu zeigen. Jeder Unternehmer hat insbesondere auf dem sozial-politischen Gebiete bestimmte Neuerungen oder Methoden eingeführt, um das Betriebsklima zu verbessern, die menschlichen Beziehungen zu aktivieren und die Belegschaft zu unterrichten. Bei der Individualität der Betriebe gibt es hierfür keine allgemeingültigen Mittel oder Methoden. Jeder Unternehmer muss mehr oder weniger seinen eigenen Weg gehen, aber er möchte wissen, was andere getan haben und was sich in seinem Betrieb verwirklichen lässt. »Die Aussprache«, deren erste Nummer Ihnen hiermit übergeben wird, soll dazu dienen, solche Beispiele zu bringen. Tatsachen des betrieblichen Geschehens sollen in einem größeren Kreis bekannt gemacht und Erfahrungen ausgetauscht werden. Was aus diesen Blättern wird, hängt letzten Endes davon ab, dass die Unternehmer sich zur Mitarbeit bereit finden. Die Arbeitsgemeinschaft erhofft daher von ihren Mitgliedern, dass sie uns Tatsachenmaterial über das betriebliche Geschehen zur Verfügung stellen. Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft fordert die Mitglieder auf, der Geschäftsstelle laufend das Material zur Verfügung zu stellen, das sich zur Bekanntgabe eignet. Sie selber werden den größten Nutzen daraus ziehen. Nur so können diese Blätter das werden, was jeder sucht: Ein Ausspracheorgan für den Unternehmer.
Für den Vorstand gez.: E. Schleifenbaum
. Wer ist Unternehmer? . Auszug einer Rede auf einem stark besuchten Aussprachetreffen des Arbeitskreises Bayern der ASU in München am 10.12.1951.
[1. Jg., Heft 12] Wer ist Unternehmer? Der Unternehmer muss ein Mann schöpferischer Initiative sein, er muss ein Unternehmen durch gute und schlechte Zeiten vorbildlich lenken, er muss Tatkraft und Optimismus haben, er muss den leidenschaftlichen Willen haben, seine Erzeugnisse immer mehr zu verbessern und zu verbilligen. Darum muss der Unternehmer auch über die Grenzen hinaus schauen. .
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. Geist der jungen Generation ..
. Unsere Grundhaltung zu den Problemen unserer Zeit spiegelt sich in der »Jungen Wirtschaft« wider. Das Neue daran ist, daß hier nicht über den führenden Menschen in der Wirtschaft gesprochen wird, sondern daß der in der wirtschaftlichen Verantwortung stehende Mensch selbst zu den vielfältigen Fragen Stellung nimmt und seinen Standpunkt vertritt. [...] . Erwin Pfister . Die gemeinsame Leistung . [1. Jg., Heft 1] Die Herausgabe der Zeitschrift »Junge Wirtschaft« als gemeinsame Leistung der Juniorenkreise der Industrie- und Handelskammern und der Arbeitskreise der Jungen Unternehmer leitet in der Juniorenarbeit einen neuen erfolgreichen Abschnitt ein. In dieser Veröffentlichung bieten die Junioren auf Bundesbasis ihren Kollegen und Mitarbeitern Anregungen, den Älteren den Beweis der ersten eigenen Arbeit an unserer Zeit in Richtung auf eine friedvolle Zukunft aller, ferner einen Spiegel ihrer Gedanken sowie Wünsche und Vorstellungen von einer Welt, in der sie als zweite Generation in die Verantwortung wachsen. Was vorher in getrennten, kleineren Kreisen gepflegt und entwickelt wurde, fließt nun in diese Hefte. Möge ihr Inhalt die geistige Haltung einer Wirtschaftsführung wiedergeben, die von einer neuen, jüngeren Generation Deutschlands maßgeblich mitgeformt ist. Der Vorstand der Jungen Unternehmer begrüßt namens aller Jungen Unternehmer die Herausgabe dieser Zeitschrift auf das herzlichste. Er sieht darin einen gemeinsamen glücklichen Schritt aller Junioren und künftiger Führungskräfte, einen ersten Beitrag zur Lösung der sozialen und wirtschaftlichen Probleme unserer Bundesrepublik in ihren persönlichen oder anonymen Unternehmungen zu leisten, ausgehend von der Unteilbarkeit ihrer Schicksale.
Hans Joseph Schneider 1. Vorsitzender der Jungen Unternehmer in der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer e.V. . Am Rande des Kanzlerbesuchs . [1. Jg., Heft 9] Dr. Adenauer wurde zusehends aufgeschlossener, als er am Samstag, dem 31. Oktober, von 13 bis kurz vor 16 Uhr im Kursaal von Bad Cannstatt weilte. Die zukünftigen Chefs württembergischer Familienunternehmen hatten ihre Väter eingeladen. Unter den etwa 80 anwesenden Personen war jung und alt gleichmäßig verteilt, zwei Generationen, die mit den Namen unserer wirtschaftlichen Unternehmen verknüpft und so kennzeichnend für das Beharrungsvermögen und den Wohlstand unseres Landes sind.
. Eine unaufdringliche Aufmerksamkeit hatte einen stetigen Austausch der Gesprächspartner bewirkt. Von dem Problem der Klimaplanung für Stuttgart bis zur großen Weltpolitik spannte sich der Bogen des Gesprächs. [...] Manches Bonmot und die Erwähnung mancher Einzelheit, deren Kenntnis man beim Kanzler nicht vorausgesetzt hätte. So bedauerte er zu Herrn Porsche, daß seine Fahrer für diesmal in den USA versagt hätten, »wo er sich doch persönlich für Kling so stark bemüht hätte«. Dies wurde von den Zuhörern ebenso mit Heiterkeit quittiert wie die Erwähnung der Namen Bleyle und Leitz, als ihm längst bekannte und vertraute Unternehmen, »da er ja viele Kinder hätte (Bleyle-Anzüge) und mit diesen einen regen Briefverkehr pflege (Leitz-Ordner)«. owb. . .
. Übernehmt politische Verantwortung . Wo stehen wir heute, im Frühjahr 1955, in unserer politischen Entwicklung? Wir erwarten die Regelung brennender innenpolitischer Probleme, die u.a. eine durchgreifende Sozialreform, die Verkehrsreform, das Kartellgesetz als Beispiele gerade der Fragen, die den in der Wirtschaft Tätigen unmittelbar berühren. Können wir der Lösung dieser entscheidenden Problemkreise mit Zuversicht entgegensehen? Ich glaube, daß dies nicht der Fall ist. [...] Warum müssen wir eigentlich skeptisch sein? Wir haben am 2. September 1953 einen Bundestag gewählt, dessen Zusammensetzung eine Gewähr für eine noch zielstrebigere und vor allem stabile Politik abgeben könnte. Doch es war nicht allein die Adresse der Arbeitsgemeinschaft selbständiger Unternehmer an die Bundesregierung im November 1954, die davon sprach, daß unsere Erwartungen an diesen Bundestag bisher nicht in Erfüllung gegangen sind. [...] Wer den parlamentarischen Betrieb einigermaßen beurteilen kann, weiß, daß gerade innenpolitische Fortschritte erschwert werden, weil die Gegensätze der Interessengruppen eine wirklich fortschrittliche, reformerische und in die Zukunft gerichtete Gesetzgebungsarbeit blockieren können. Gerade hier erhebt sich nun die so brennende Frage, wo denn die unabhängigen parlamentarischen Persönlichkeiten sind, die sich von allen irgendwie gearteten Bindungen freimachen können, um politisch schöpferisch tätig zu sein? Wo sind ihre wirklich unabhängigen Berateren? Nicht diejenigen, die sie als Vertreter einer Interessengruppe ständig belagern und mit Schrift und Wort bedrängen, um ihre Meinungsbildung zu beeinflussen. [...] Wo sind diejenigen, die also das »Ganze« im Sinn haben und nicht nur die Interessen eines begrenzten Teiles unseres Volkes? In den Parteien? In den beratenden Ausschüssen der Parteien? In den Ausschüssen der Verbände? Ja manchmal fragt man sich ernsthaft, befinden sich denn diese Menschen überhaupt unter den Parlamentariern? Und diese Frage kommt mit Recht auf, weil man diese Menschen so selten findet, weil, wenn sie wirklich vorhanden sind, ihre Wirksamkeit nicht spürbar ist. [...] .
. Die unternehmerische Aufgabe ist nicht mit der Führung des Unternehmens erschöpft. Das sollten wir doch endlich erkannt haben. Laßt uns jetzt daraus Konsequenzen ziehen und bereit sein, auch unseren Beitrag für die Gestaltung unseres staatlichen Lebens zu leisten. Mit Diskussionsbeiträgen bei Verbands-Versammlungen, am Stammtisch oder beim Neujahrsempfang der örtlichen Industrie- und Handelskammer ist diese Aufgabe nicht erschöpft. [...] Wir sollten daher mehr als bisher bereit sein, in dem von uns überschaubaren Raum politische Verantwortung zu übernehmen.
Dieter Fertsch-Röver .
. Ein neuer Unternehmertypus? . Innerbetriebliche Information eine der Hauptaufgaben des jungen Unternehmers . .[4. Jg., Heft 3] Vor wenigen Wochen wurde auf einer Pressekonferenz in Frankfurt über den Begriff »junger Unternehmer« diskutiert. Dabei ergab sich auch die Frage, inwieweit der junge Unternehmer »anders« sei oder sein wolle als die ältere Unternehmergeneration. [...] Die heute heranwachsende und in Tätigkeit befindliche Unternehmergeneration sieht neben ihrer wirtschaftlichen Aufgabe auch eine staatspolitische. Sie macht sich Gedanken darüber, was zu unternehmen sei, damit die Leiter von Unternehmen zu einer staatserhaltenden Gesellschaftsschicht werden. [...] .
. Für beides, die wirtschaftliche Leistung und die Pflege der menschlichen Beziehungen, muß Zeit vorhanden sein. Es sind eben zwei Aufgaben, die künftig von dem Leiter eines jeden Unternehmens erfüllt werden müssen. Der Weg für den heutigen Unternehmer zu einer staatserhaltenden Gesellschaftsschicht fängt im Betrieb im Umgang mit den Mitarbeitern an. Das Klassendenken muß überwunden werden. Es gilt Kontakt zu den im Betrieb arbeitenden Menschen zu gewinnen. Hierzu gehört die innerbetriebliche Information, ein Teil des großen Gebietes, das man heute gern mit »human relations« bezeichnet. Ihr Sinn ist die Erziehung zum Mitdenken, zum Verantwortlichfühlen. Der Unternehmer sollte: den Betrieb für alle Mitarbeiter durchsichtig machen; den Blick des einzelnen für das Ganze schärfen; das Wertbewußtsein des einzelnen (Arbeitsfreude und Arbeitsstolz) heben, unkontrollierbaren Gerüchten vorbeugen und damit die betriebliche Gemeinschaft fördern. Es entsteht hier die Frage, soll man soviel mitteilen wie nötig oder soviel wie möglich? Feldmarschall Montgomery sagte einmal: »Ich würde lieber Gefahr laufen, daß der Feind meine Pläne erfährt, als daß die eigene Truppe nicht weiß, worum es geht.« Die Mitarbeiter erwarten, anders als vor 50 Jahren, Erklärungen für das, was um sie herum vorgeht und eine Begründung für das, was getan wird, denn der Arbeiter kann innerlich an seiner Arbeit nur teilnehmen, wenn ihm der weitere Sinn seines Tuns bekannt ist, und damit wird die Zusammenarbeit gefördert. Es entsteht ein geistiges und produktives »Team«. Dabei ist unter »Zusammenarbeit« und »Partnerschaft« nicht eine demokratische Gleichmacherei zu verstehen. Die notwendige Disziplin im Betrieb setzt die betriebliche Hierarchie voraus, in der die obere Führungsschicht vom Unternehmer in erster Linie informiert und herangezogen wird. . Horst R. Gütermann . |
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